10. Dezember

Buchtipp:

 

Das Schicksal ist ein mieser Verräter – John Green

Darum geht’s:

„Krebsbücher sind doof“, sagt die 16-jährige Hazel, die selbst Krebs hat. Sie will auf gar keinen Fall bemitleidet werden und kann mit Selbsthilfegruppen nichts anfangen. Bis sie in einer Gruppe auf den intelligenten, gut aussehenden und umwerfend schlagfertigen Gus trifft. Der geht offensiv mit seiner Krankheit um. Hazel und Gus diskutieren Bücher, hören Musik, sehen Filme und verlieben sich ineinander – trotz ihrer Handicaps und Unerfahrenheit. Gus macht Hazels großen Traum wahr: Gemeinsam fliegen sie nach Amsterdam, um dort Peter Van Houten zu treffen, den Autor von Hazels absolutem Lieblingsbuch. Ein tiefgründiges, emotionales und zugleich freches Jugendbuch über Krankheit, Liebe und Tod.

 

– unglaublich spannend, packend, rührend, traurig und zugleich wahnsinnig lustig. Ich habe es auf Englisch gelesen und ich liebte es von Anfang an. Ich bin ein großer Fan von John Green und liebe alle seine Bücher, doch dieses ist mit Abstand das beste! Absolut lesenswert!

2. Dezember

Moskau, Russland.

Moskau

 

 

Alleine mit einer Tasse heißem Tee schlenderte ich die schön geschmückten Straßen Moskaus entlang, auf dem Weg in den nächsten Buchladen. Die Bewohner hatten ihren Hauseingängen schon weihnachtlichen Hauch eingeführt und der Schnee stapelte sich schon auf den Gehwegen. Lichterketten verzierten Fenster und Auch die Bäume waren schon leicht winterlich geschmückt. Der Duft von Plätzchen stieg einem in die Nase. Ich bog um die Ecke als sich erneut viele bunter Farben an den Fensterscheiben präsentierten und ging geradewegs in den Buchladen. Als ich die Tür öffnete klingelte ein kleines Glöckchen und deutete dem Besitzer an, das ein Kunde den Laden betreten hatte. Ich schloss die Tür wieder hinter mir und trat in den Raum. Viele verschieden Bücher türmten sich zu allen Seiten auf und ich wusste nicht wo ich als erstes hingehen sollte. Da ich alleine wohnte und meine Eltern schon verstorben waren, verbrachte ich viel Zeit mit dem Lesen, da ich nicht wusste wohin sonst mit mir. Nach der Arbeit war es ein ganz netter Zeitvertreib und viele Figuren aus den Büchern waren mir ans Herz gewachsen. Natürlich fehlte mir jegliche Art von echter Zuneigung und Wärme. Seit ich denken kann war ich alleine und hatte nie eine echte Beziehung. Das war für mich sehr schlimm. Alleine die ganze Zeit zu sein und nie anerkannt zu werden. Das vermieste mir jedesmal den Tag. Ich wollte nicht alleine sein. Wieso kam es so? Als Kind hatte ich noch viele Freunde. Doch wie von einer Sekunde zur anderen, waren sie alle irgendwann nicht mehr da. Noch bei fand ein Mann mich attraktiv. Doch ich wusste nicht wieso. Eigentlich war ich eine ganz normale Frau.

„Suchen Sie was bestimmtes?“, ertönte eine Stimme hinter mir. Ich drehte mich um und sah den Verkäufer, der mir recht jung erschien und den ich noch nicht kannte. Sonst traf ich immer auf ein und denselben Verkäufer, doch nicht heute. „Nein, ich suche nur etwas neues zum lesen, aber nichts bestimmtes.“ Er kam hinter dem Tresen hervor und stellte sich neben mich. „Hmm, dann kann ich vielleicht etwas empfehlen?“ Ich lächelte und nickte. „Ja klar.“ Er ging zu einem der Regale, zog ein Buch raus und kam wieder. Dann reichte er mir das Buch und tippte auf den Titel. „Das ist ein echt gutes Buch.“ Ich las den Titel „in pairs alone“. Ich kannte es nicht. Aber ich entschied mich dem jungen Mann zu vertrauen und kaufte es.

Als ich am nächsten Tag den Laden erneut betrat, war wieder dieser junge Mann dort. Er lächelte als ich herein kam. „Schon gelesen?“, fragte er und ich nickte. „Und?“ „Es ist gut. Anders als die Bücher die ich bis jetzt gelesen habe, aber gut.“ Er lächelte. Dann ging er in das Hinterzimmer des Ladens, kam mit einem Mantel wieder und sagte. „Zeit zu zweit allein zu sein, oder?“ Ich schaute ihn verwirrt an.“Na, eigentlich wollte ich Sie schon gestern fragen, ob Sie Lust haben, einen Kaffe zu trinken. Als ich Ihnen das Buch gab, wollte ich eigentlich bloß darauf anspielen, aber es ist wohl nicht ganz so deutlich gewesen wie ich es mir erhofft hatte. Das Buch ist grauenhaft. Nur der Titel hätte gepasst.“ Er musste lachen und ich auch. Er hatte Recht. Das Buch war scheußlich, ich wollte nur höflich bleiben. Er nahm meine Hand, als würden wir uns schon seit Ewigkeiten kennen und wir traten gemeinsam auf die Straße. Endlich war ich nicht alleine. Er grinste zu mir rüber. „Ich heiße übrigens John.“

Fortsetzung

Fertig. Ich klappte das Buch zu und legte es vor mich auf den Tisch. Es war ein unglaublich tolles Buch, auch wenn das Ende nicht so war, wie ich es mir vorgestellt hatte. Ich trank einen Schluck von meinem Kaffee, der inzwischen kalt war und schaute zu Nick. Er blätterte in einer Zeitschrift. Als er bemerkte, dass ich das Buch auf die Seite gelegen hatte schaute er mich mit hochgezogenen Augenbrauen an. „Schon fertig?“ Ich nickte. „Das Ende ist blöd, oder?“ Wieder nickte ich. „Aber deshalb mag ich das Buch. Es ist nicht so wie in jedem anderen, wo man immer weiß wie es wahrscheinlich ausgeht. Es ist anders. Neu.“ „Da hast du recht. Trotzdem hätte ich mir was anderes erhofft. Danke auf jeden Fall, das ich es lesen durfte. Dadurch geht der Flug wesentlich schneller vorbei.“ Ich lächelte.

Fortsetzung

Cappuccino

Minute um Minute verstrich und ich bemerkte gar nicht wie die Zeit verstrich. Das Buch hatte mich wortwörtlich gepackt. Irgendwann tippte mich etwas an der Schulter und ich schreckte hoch. „Was?“, sagte ich etwas zu schnell. „Oh, Entschuldigung, ich wollte dich nicht erschrecken. Es war Nick, er war wieder aufgewacht. „Nein, macht nichts. Hast du gut geschlafen?“ Er nickte. „Ich wollte dich nur fragen, ob du mich kurz vorbeilässt. „Ja klar natürlich.“ Ich schnallte mich ab, legte das Buch auf den Sitz und klappte den Tisch hoch, damit Nick rauskam. Er dankte mir und ging den Flur vom Flugzeug entlang. Als ich sah, dass er Richtung  Toiletten steuerte, bemerkte ich, dass ich auch seit einer ganzen Weile nicht mehr auf dem Klo war und ging in die andere Richtung zur nächsten Toilette. Ich sperrte die Tür hinter mir zu und schaute in den Spiegel.

Ich sah müde aus, mein blonder Zopf war wild und ich heuerte ihn. Dann wusch ich mir das Gesicht und ging schnell auf Toilette, damit ich wieder an meinen Platz gehen und weiterlesen konnte. Als ich zurückkam, war Nick noch nicht zurück, aber ich setzte mich trotzdem hin, nahm das Buch und las weiter. Ich hatte schon mehr als die Hälfte durch und die Stelle war gerade besonders spannend. Nach einer Weile hielt mir jemand einen Kaffee vor die Nase und ich blickte rechts neben mich. Nick. „Ich dachte du willst vielleicht auch einen.“ „Ja gerne danke.“ Ich nahm den Becher und stand auf, um Nick wieder vorbeizulassen. Dann setzte auch ich mich wieder und nahm einen großen Schluck. Der Kaffee war zu meiner Überraschen brühend heiß und ich konnte nicht anders als die Flüssigkeit wieder zurück in den Becher zu spucken. Nick musste lachen und ich war froh, denn mir war das echt unangenehm. „Sorry. Der ist nur so verdammt heiß!“, versuchte ich mich zu entschuldigen. Er lachte nur weiter und schüttelte den Kopf. Ich klappte den Tisch wieder runter und stellte den Kaffe drauf, um ihn abkühlen zu lassen.

Fortsetzung II.

The fault in our stars

Er streckte mir sein Buch entgegen. „Ich bin fertig und du sahst aus als suchst du nach einer Beschäftigung, wenn du willst kannst du es lesen.“ Er lächelte mich an. „Oh wow, danke!“ Ich nahm sein Buch und starrte auf den Titel. „The fault in our Stars“- von John Green. „Kennst du es?“ Ich drehte das Buch um, um den Klappentext zu lesen, dabei viel mir auf, dass es kein gewöhnliches Buch für einen Jungen war. Klang eher nach einem Mädchenbuch. „Nein“, entgegnete ich ihm und schlug es auf. „Es ist gut. Du wirst es schnell gelesen haben.“ „Danke nochmal“, sagte ich und war es wirklich. Ich fing an die erste Seite zu lesen.

Nach einer langen Zeit blickte ich wieder hoch, da die Frau mit dem Abendessen vorbeikam. Ich legte das Buch auf die Seite und klappte den Tisch, der vor mir am Sitz befestigt war nach unten, damit sie mein Essen darauf abstellen konnte. Dann reichte ich das Essen weiter an Nick. „Danke.“, kam es fast gleichzeitig aus unserem Mund und die Frau musste lächeln. „Lasst es euch schmecken.“ Ich öffnete den Deckel und als mir der warme Duft von Essen in die Nase strömte, merkte ich ´, wie großen Hunger ich eigentlich hatte. Ich packte das Besteck aus, das zusammen mit der Serviette und Salz und Pfeffer in einer Plastiktüte verpackt war. Es gab Reis mit Fisch und Gemüse, dazu ein Stück Brot und als Nachtisch einen Minimuffin mit Blaubeeren. Ich fing an den Reis aufzuspießen. „Und, wie findest du es bis jetzt?“, fragte Nick mich und nahm eine Gabel in den Mund. Ich hatte den Mund gerade voll und deutete ihm an, dass ich erst runterschlucken muss und er musste lachen. „Sorry.“, sagte ich und musste auch grinsen. „Es ist gut. Ziemlich gut. Ich bin ehrlich gesagt positiv überrascht, ich hätte nicht gedacht, das ihr sowas lest.“ „Was meinst du denn mit „Sowas““?.

II.

Flug

„Möchten Sie noch etwas trinken?“ Die Frau kam mit ihrem Getränkewagen an mir vorbei und schaute mir fragend ins Gesicht. Ich schüttelte den Kopf und die Frau wandte sich an den Jungen, der neben mir saß. Auch er schüttelte den Kopf und die Frau ging weiter. Ich nahm eine Zeitschrift vorne aus dem Sitz und blätterte sie durch. Ich hatte erst die Hälfte vom Flug hinter mir und mir war sichtlich langweilig. Da ich kein Handy oder Ipod oder nicht mal ein Buch hatte, wusste ich definitiv nichts mit mir anzufangen. Der Junge neben mir schien das bemerkt zu haben und legte sein Buch auf die Seite. „Ich bin übrigens Nick.“ Er streckte mir seine Hand entgegen und ich nahm sie zögerlich an. „Naomi.“ Meine Stimme war rau und ich räusperte mich. „Woher kommst du?“ er schaute mir direkt in die Augen und es fühlte sich so an, als würde er sich wirklich dafür interessieren. „Washington. Und du?“

„Ich komme ursprünglich aus Kalifornien, aber Verwandte von mir wohnen drüben in London, die komme ich jetzt für ein paar Wochen besuchen.“ Ich lächelte.