7. Dezember

Screen-Shot-2012-07-06-at-3.40.55-PM

 

 

Wir lachten und gingen die Straße entlang. Wir waren unzertrennlich. Seit ich denken kann waren wir befreundet. Sie ging in das Kaffe und ich folgte ihr. „Möchtest du auch einen Cappuccino?“ Ich nickte. Sie ging an die Kasse und bestellte. Dann setzten wir uns an einen der freien Tische im schönsten Kaffee Paris. Nach einer Weile kam ein Kellner und brachte uns den Kaffe. Er schaute etwas zu lange zu Caroline, meiner Freundin und ging dann wieder. Als er weg war musste Caroline grinsen, auffällig grinsen. Ich schaute nur genervt zu ihr rüber. So ging es schon mein Leben lang. Alle waren immer nur an meiner überdurchschnittlich hutaussehenden besten Freundin interessiert. Sie schaute mich an. „Was denn?!“ Ich schüttelte nur den Kopf. „Schon wieder?“, sagte sie genervt. „Es stimmt einfach nicht, das weißt du!“ „Ach wirklich?!“, platze es aus mir heraus und sie schaute mich verwirrt an. „Ja wirklich!“ Ich hatte keine Lust darüber zu streiten, also trank ich einen Schluck von meinem Kaffe. Sie nahm ihren Löffel in die Hand und ein kleiner Zettel fiel auf den Tisch. Sie nahm ihn und faltete ihn auf. Zu sehen war eine Nummer und ein Name. „Ja wirklich!“, sagte ich nochmal. Sie schaute mich an. Ihrem Blick war zu entnehmen, dass ich sie nervte. Mit allem. Aber wie sollte ich mich auch anders verhalten. Niemand hat mich je mit seinem Arsch angeschaut. Ich stand auf und ging an die Kasse, an der der Typ stand. „Bitte, du kannst sie haben.“ Dann drehte ich mich um und ging aus dem Laden.

„Kate! Kate, warte!“. Caroline rannte mir hinterher. „Okay, du hast recht, es tut mir leid, dass ich kein Verständnis dafür aufbringen konnte. Ich bemerke es halt nicht so stark wie du, aber das ist ja auch schwierig. Auf jeden Fall tut es mir leid!.“ Ich lächelte sie dankbar an. Dann umarmte sie mich und wir gingen zurück ins Kaffe. Als wir uns an den Tisch setzten, kam der Mann wieder. Er schaute zu Caroline und wollte sie gerade was fragen, da sagte sie: „Tut mir Leid, aber ich bin hier mit meiner Freundin! Keine Zeit.“ Er grinste nur und sagte: „Eigentlich war die Tasse für ihre Freundin bestimmt.“ Dann lächelte er mich an und schob mir den Zettel hin. Verdutzt starrte ich ihn an. Ich brachte eine Weile und als Caroline mich unter dem Tisch mit ihrem Fuß trat, fand ich meine Worte wieder. „Ja gerne, aber jetzt hab ich leider auch keine Zeit. Ich denke ich melde mich.“ „Du denkst nur? Du wolltest sagen, dass du dich sicher meldest.“ Er zwinkerte und ging. Kaum zu glauben, Das erste Mal in meinem Leben wollte sich ein Mann mit mir, mir Kate, treffen. Caroline lächelte mich an. „Na siehst du.“

Advertisements

2. Dezember

Moskau, Russland.

Moskau

 

 

Alleine mit einer Tasse heißem Tee schlenderte ich die schön geschmückten Straßen Moskaus entlang, auf dem Weg in den nächsten Buchladen. Die Bewohner hatten ihren Hauseingängen schon weihnachtlichen Hauch eingeführt und der Schnee stapelte sich schon auf den Gehwegen. Lichterketten verzierten Fenster und Auch die Bäume waren schon leicht winterlich geschmückt. Der Duft von Plätzchen stieg einem in die Nase. Ich bog um die Ecke als sich erneut viele bunter Farben an den Fensterscheiben präsentierten und ging geradewegs in den Buchladen. Als ich die Tür öffnete klingelte ein kleines Glöckchen und deutete dem Besitzer an, das ein Kunde den Laden betreten hatte. Ich schloss die Tür wieder hinter mir und trat in den Raum. Viele verschieden Bücher türmten sich zu allen Seiten auf und ich wusste nicht wo ich als erstes hingehen sollte. Da ich alleine wohnte und meine Eltern schon verstorben waren, verbrachte ich viel Zeit mit dem Lesen, da ich nicht wusste wohin sonst mit mir. Nach der Arbeit war es ein ganz netter Zeitvertreib und viele Figuren aus den Büchern waren mir ans Herz gewachsen. Natürlich fehlte mir jegliche Art von echter Zuneigung und Wärme. Seit ich denken kann war ich alleine und hatte nie eine echte Beziehung. Das war für mich sehr schlimm. Alleine die ganze Zeit zu sein und nie anerkannt zu werden. Das vermieste mir jedesmal den Tag. Ich wollte nicht alleine sein. Wieso kam es so? Als Kind hatte ich noch viele Freunde. Doch wie von einer Sekunde zur anderen, waren sie alle irgendwann nicht mehr da. Noch bei fand ein Mann mich attraktiv. Doch ich wusste nicht wieso. Eigentlich war ich eine ganz normale Frau.

„Suchen Sie was bestimmtes?“, ertönte eine Stimme hinter mir. Ich drehte mich um und sah den Verkäufer, der mir recht jung erschien und den ich noch nicht kannte. Sonst traf ich immer auf ein und denselben Verkäufer, doch nicht heute. „Nein, ich suche nur etwas neues zum lesen, aber nichts bestimmtes.“ Er kam hinter dem Tresen hervor und stellte sich neben mich. „Hmm, dann kann ich vielleicht etwas empfehlen?“ Ich lächelte und nickte. „Ja klar.“ Er ging zu einem der Regale, zog ein Buch raus und kam wieder. Dann reichte er mir das Buch und tippte auf den Titel. „Das ist ein echt gutes Buch.“ Ich las den Titel „in pairs alone“. Ich kannte es nicht. Aber ich entschied mich dem jungen Mann zu vertrauen und kaufte es.

Als ich am nächsten Tag den Laden erneut betrat, war wieder dieser junge Mann dort. Er lächelte als ich herein kam. „Schon gelesen?“, fragte er und ich nickte. „Und?“ „Es ist gut. Anders als die Bücher die ich bis jetzt gelesen habe, aber gut.“ Er lächelte. Dann ging er in das Hinterzimmer des Ladens, kam mit einem Mantel wieder und sagte. „Zeit zu zweit allein zu sein, oder?“ Ich schaute ihn verwirrt an.“Na, eigentlich wollte ich Sie schon gestern fragen, ob Sie Lust haben, einen Kaffe zu trinken. Als ich Ihnen das Buch gab, wollte ich eigentlich bloß darauf anspielen, aber es ist wohl nicht ganz so deutlich gewesen wie ich es mir erhofft hatte. Das Buch ist grauenhaft. Nur der Titel hätte gepasst.“ Er musste lachen und ich auch. Er hatte Recht. Das Buch war scheußlich, ich wollte nur höflich bleiben. Er nahm meine Hand, als würden wir uns schon seit Ewigkeiten kennen und wir traten gemeinsam auf die Straße. Endlich war ich nicht alleine. Er grinste zu mir rüber. „Ich heiße übrigens John.“